Hamburger Kammerspiele
DER GHETTO SWINGER
Aus dem Leben des Jazzmusikers Coco Schumann von Kai Ivo Baulitz
Regie: Gil Mehmert
Musikalische Leitung: Christoph Kähler
mit: Jens Fischer Rodrian (Komposition, Arrangements), Konstantin Moreth, Helen Schneider, Karsten Schnack, Jonathan Wolters, Christoph Tomanek
ca. 19 Uhr Einführung!
„Ich bin Musiker. Ein Musiker, der im KZ gesessen hat, kein KZler, der Musik … mehrmacht. Ich habe viel zu sagen. Die Richtung ist klar: Back to the roots, in jene Welt, in der meine Seele zu Hause ist, in den Swing. Wer den Swing in sich hat, ob er im Saal steht oder auf der Bühne, kann nicht mehr im Gleichschritt marschieren.“ Coco Schumann
nn nimmt uns mit auf eine Reise in das Berlin der 30er Jahre. In den Kneipen wird Swing und Jazz gespielt und der junge Coco, Sohn einer jüdischen Mutter, ist fasziniert von der Musik. Schon früh gerät er in die Szene der verbotenen „Swing-Kids“, Jugendliche, die den Jazz als ihre anarchische Ausdrucksform gegen die Unkultur der Nazis stellten. Und plötzlich findet Coco sich in Theresienstadt wieder. Dort beginnt ein perfides Spiel und die Musik, seine Leidenschaft, wird für ihn zum Rettungsanker.
Chuzpe, Glück, Zufälle, Musik, Überlebenskampf? Vielleicht hatte Coco Schumann von allem etwas. Denn er überlebt. Und als er zum Kriegsende wieder in Berlin landet, steht er plötzlich in einem improvisierten Lokal im Kreis der alten Kollegen, die längst wieder spielen, und er nimmt ein Instrument und beginnt zu spielen…
Der Regisseur Gil Mehmert, der bereits mit „Der Mann ohne Vergangenheit“ einen großen Erfolg hier an den Hamburger Kammerspielen landen konnte, inszeniert die Geschichte zu Cocos Leben. Eine Besonderheit seiner Arbeit ist die musikalisch-choreographische Erzählweise, für die er bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde. Seit langem ist er von der Geschichte Coco Schumanns fasziniert und suchte nach einer theatralen Umsetzung. Nun hat er die Chance, und begibt sich mit seinen Schauspielern auf eine musikalische, emotionale und historische Reise.
Helen Schneider, US-Gesangslegende, Musicalstar, Schauspielerin, Jazz-Lady, DIVA-Preisträgerin... Die Liste ließe sich bequem noch fortsetzen, denn Helen Schneider ist ein der wandlungsfähigsten und spannendsten Sängerinnen unserer Zeit. In den 80er Jahren hatte die Künstlerin mit der markanten Stimme mit „Rock ’n’ Roll Gypsy“ und „Shadows of the Night“ große Hits. Später wurde sie eine gefeierte Musicaldarstellerin, u.a. in Produktionen wie „Cabaret“, „Evita“ oder „Sunset Boulevard“. Zuletzt war sie während der Privattheatertage mit dem Abend „Verwandlungen“ an den Hamburger Kammerspielen zu sehen und im Altonaer Theater Abend „Hello I´m Johnny Cash“ an der Seite von Gunter Gabriel.
Coco Schumann wurde 1989 für seine Verdienste um das wiederaufblühende Musikleben nach dem Krieg, für sein großes aufklärerisches Engagement als Zeitzeuge und nicht zuletzt für seine Autobiografie DER GHETTO SWINGER – Eine Jazzlegende erzählt mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse geehrt. 2008 erhielt er den Verdienstorden des Landes Berlin.
Die Produktion Coco Schumann ist eingeladen zu den Bad Hersfelder Festspielen 2013.
Foto Bo Lahola
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